Sonntag, 15. Juni 2008

Stuttgart - Wohnungssuche

Wie immer mach ich alles auf die letzte Minute... Diesmal: Die völlig unwichtige Wahl des zukünftigen Arbeitgebers. Ich habe mich jetzt dann doch für die DEKRA in Stuttgart entschieden. Der Entscheidungsprozess ist natürlich (wie immer) nach total objektiven Kriterien erfolgt: In Stuttgart sind die gepimpten Boschler am Start, es gibt Sunshine-Live Empfang und die ORGINAL Superblondinen aus USA sind vor direkt Ort. Ehm ja, ein paar Nebenkriterien gibt’s natürlich auch: Das Team von DEKRA war jung, dynamisch und die Bezahlung dort ist mehr als 1 Euro pro Stunde. Mein Zweitstudium wurde dort als 2 jährige Berufserfahrung anerkannt und so werde ich also ab dem 1.7.2008 als Senior (!) Consultant / Analysist im Bereich Chemikalienmanagement einsteigen. (Da fühlt man sich jetzt echt mal richtig alt, wenn man schon zum Berufseinstieg ein Senior ist…).

Da ich mich jetzt auch erst so kurzfristig entschieden habe, ging’s auch direkt am Samstag auf Wohnungssuche. Von ca. 15 potentiellen Wohnungen, die ich im Internet so rausgesucht habe, waren gerade noch 5 zu haben. Angeschaut habe ich dann davon 4. Dazu der folgende Bericht:

Die erste Wohnung war schon mal ganz vielversprechend: Eine 3 Zimmerwohnung, geshared mit einem Random-Türken, der nie daheim ist, weil er Family in Heidelberg hat. Wäre bestimmt dick die Party gegangen. Leider war es 45 min Fußweg zur DEKRA (eigens getestet) und wäre mit 422 € recht teuer gekommen.

Versuch Nummer zwei: Ein schönes romantisches Haus mit Garten. Im 1. OG wäre eine 3 Zimmer WG. Fußweg zur DEKRA wäre gerade mal 5 (!) Minuten gewesen. Vermieterin ist eine Dipl. Psychologin, die mich erstmal eingehend analysieren musste. Ihr erstes fieses Vorurteilsergebnis: „Ahja, Sie haben einen festen Händedruck! Ich sehe sie sind jung, dynamisch, erfolgreich!“ An dieser Aussage erkennt man sofort, dass sie wohl ihren Job verfehlt hat. ;-) Leider war die Wohnung total hässlich alternativ und ökomäßig möbliert (bestimmt nach den optimalen Feng-Shui Kriterien). Außerdem wäre man dort mit der Vermieterin im selben Haus, da wäre RSP (Ruhestörungsparty) schonmal nicht so der Bringer gewesen…

Wohnung Nummer 3 läge direkt über einem griechischen Restaurant. Der Vermieter: Ein Grieche. Der war gerade am renovieren. War schon ziemlich cool die Wohnung: Denn: Während der Dauer des Mietverhältnisses gäbe es 20% Rabatt in seinem Restaurant. Da kann man sich auch den Fußweg zu Burger King sparen. Und das Allerbeste: Ich wäre der erste, der einzieht und dürfte mir so die anderen WG-Bewohner nach meinen eigenen Kriterien aussuchen. Dazu habe ich schon ein Konzept ausgearbeitet, das ein Superblondinen-Assessment-Center beinhaltet.

Leider war Wohnung Nummer 4 noch besser: Ein schwulenpinkes Haus in ruhiger Wohnlage, 10 min Fußweg zur DEKRA.

Dort angekommen hat mir eine superhübsche Stewardess im heißen Arbeitsoutfit geöffnet und mir eine superordentliche Wohnung gezeigt, die gerade mal 375 Euro mit ALLEM gekostet hat. (Für Lautern arschteuer, für Stuttgart saubillig). Leider zieht die Stewardess aus und ich bin „nur“ der Nachfolger ;-) Die WG-Kollegin wäre eine 24 jährige Erzieherin (mit Freund in Köln) Deshalb gäbe es da wohl kein Superblondinen-Assessment-Center, aber die anderen Rahmenbedingungen (Mietpreis, Lage, Verkehrsanbindung) waren einfach besser. Bleibt nur zu hoffen, dass da alles klargeht, sonst muss ich eben in die Griechen-Wohnung ;-)


Achso, die sonstige Umgebung habe ich ebenfalls ausgecheckt. Die DEKRA ist eigentlich ja mitten im Industriegebiet. Völlig unschön, könnte man meinen.... Aber: Hinter der DEKRA ist man erstmal mitten im Landschaftsschutzgebiet mit ordentlich Rad-und Joggwegen.

Und man ist gerade mal 2 min zu Fuß weg von der DEKRA umgegeben von diversen Pferdekuppeln und Grillplätzen. Wunderbar!

Auf der anderen Seite komme ich dann zu Fuß in den Aldi und zum Burger King. Den Weg zum Rotlichtviertel habe ich zwar noch nicht erfragt, aber da gibts bestimmt auch nen Nach-Hause-Lieferservice ;-) Es bleibt also weiterhin zu erwarten dass die Zukunft rosig wird ;)

Und bei der nächsten Bundestagswahl wähle ich dann erstmal die Grünen, denn Auto kann ich dann echt abschaffen, da ist mirs dann auch egal, wenn der Liter Spritt 8 Euro kostet.

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